Gabriele Miksa | Literaria

Gabriele Miksa


G.miksa
Vita:

Gabriele Miksa, Pädagogin und Psychotherapeutin (HPG), lebt in Gelsenkirchen.

Seit 2019 ist sie als Autorin tätig.

Ihr Faible für schwarzen Humor inspiriert sie zum Verfassen von satirischen Werken.

Kontakt: gabrielaboretti2@gmail.com



Debüt:

„Wer wollte nicht schon mal töten? Beschwingte Episoden für Abgenervte“
11 satirische Kurzgeschichten, 2019

Wer wollte nicht schon mal töten - Cover und Klappentext

Prolog


Haben Sie eigentlich auch schon einmal darüber nachgedacht, welche wundervollen Wesen wir Menschen sind?
Humanisten, Gutmenschen, Pazifisten, verständnisvoll, kollegial, verzichtend, edelmütig, gütig, geduldig können wir sein.
Die Reihe ließe sich sicherlich um Einiges ergänzen.
Was aber, wenn auf unseren Nerven `mal wieder so richtig Balalaika gespielt wird?
Sei es ganz spontan oder in Folge einer Ereigniskette?
Kennen Sie in diesem Zusammenhang auch das Phänomen der Zahl Drei?
Muss ich mich an einem Tag zum dritten Mal ärgern, so gereicht das dem Verursacher der letzten Situation nicht wirklich zum Vorteil oder auf Neudeutsch:
Ich raste aus!
Und genau jetzt kommt unser Hauptdarsteller ins Spiel, oft begleitet von einem mittelschweren bis totalen Wutausbruch.
Gerne auch endend in einem Nervenzusammenbruch, der Gedanke:
Ich bring Dich um!
Aber, aber, wie kann sich denn nur so ein Gedanke, wie ein kleiner
Ohrwurm in unsere Denkmaschine einnisten?
Wer könnte hier wohl die Zielperson sein und weshalb? Die „bessere Hälfte“? Familienmitglieder? Freunde?
Lehrer, gerne auch ehemalige? Autofahrer? Begleiten Sie mich auf Motivsuche.

Ach, ja. Wenn Sie sich an der einen oder anderen Stellen wiedererkennen, fühlen Sie sich bitte von mir verstanden.

Oma Geschnetzelt


Wochenende, wie schön!
Den nervigen Einkauf hatte ich schon erledigt.
Jetzt konnte ich mit dem Backen beginnen.
Mist, ich hatte das Backpulver vergessen.
Nutzt nix, noch mal los.
Das gab ́s doch jetzt nicht.
Vier Leute warteten mit vollgepackten Einkaufswagen in der Schlange.
Musste mein Glückstag sein.
Da stand ich nun mit meinem Päckchen Backpulver aber beschloss, cool abzuwarten bis die Karawane der Einkaufswagen abgefertigt war.
Nur noch ein Kunde vor mir, gleich geschafft. Ich legte mein Päckchen aufs Band. Kurz vor der Kasse lagen Glückwunschkarten. Ach, ja. Tom hatte bald Geburtstag.
Um eine Karte herauszunehmen machte ich einen Schritt zur Seite und drehte mich um.
Da bemerkte ich, dass die ältere Dame, die gerade noch hinter mir stand, ihre Ware vor mein Backpulver legte.
„Entschuldigung, meine Dame, ich stand vor Ihnen und habe hier nur noch schnell etwas herausgenommen.“
„Dein Problem, hier stand keiner,“
blaffte sie mich an und legte ihre weitere Ware vor mein Backpulver auf das Band.
Höflichkeit war hier offenbar nicht das Mittel der Wahl.
Immerhin waren wir schon beim „Du“.
„Das sehe ich anders,“
sagte ich und ging mit meinem „Großeinkauf“ direkt vor zur Kassiererin.
„Sowas Asoziales habe ich ja noch nie erlebt“, meinte sie darauf hin.
Ja, komm. Einen hat die alte Knallbirne gut. Scheint so ihre Probleme zu haben.
Aber es ging weiter. „Benimmst Dich wie Frau Flodder“, schleuderte sie mir wutentbrannt entgegen. Gebildet war sie also auch.
„Eine nette Metapher! Is klar, dass du in deinem Alter nicht mehr viel Zeit hast, bis der Deckel fällt. Aber jetzt is mal langsam gut, Omma,“
warnte ich sie ruhig, war es aber nicht mehr.
Als sie bemerkte, dass ich bezahlte, platzte ihr der Kragen.
„Blöde Kuh, bist wohl in der Gosse aufgewachsen!“
Ping! Ping! Sie haben ihr Ziel erreicht!
„Noch ein Ton und ich hau Dir ein paar in die Fresse!“
Hatte ich das jetzt wirklich gesagt?
Das war Premiere.
Der Oma fiel besagte Fresse runter.
Kurze Sendepause.
Die Kassiererin sah mich mit großen Augen an.
Deal der Woche: Oma geschnetzelt, frisch zubereitet!
Abgenervt wollte ich gerade den Abflug machen als mich die Durchgeknallte am Ärmel festhielt:
„Du Schlampe, ich hol jetzt die Polizei!“
Ich glaube nicht, du fiese Furie, was Du brauchst ist Zeit. Und davon schenke ich dir jetzt jede Menge:
Ich bring dich um!

Epilog

Wir töten nicht leichtfertig. Aus den unterschiedlichsten Gründen.
Sei es aus moralischer, ethischer Veranlassung oder aus Furcht vor einer undelikaten Gefängnisstrafe.
Ich kann Ihnen versichern, dass alle erwähnten Personen eines natürlichen Todes gestorben sind oder noch immer leben.
Einige davon sind jedoch für mich "gestorben". Unnötigen Ballast abzuwerfen und meine persönliche Haltung zu
bewahren, haben mein Leben bis heute bereichert.
"Wie du am Ende deines Lebens wünschest gelebt zu haben, so kannst du jetzt schon leben!"
Dies sagte seinerzeit der römische Kaiser und Philosoph Markus Aurelius.
Recht hat er!

Neu:


„Lustig leben auf Lesbos"

Satirischer Roman, 2020
Bildschirmfoto 2020-04-05 um 16.25.35

Prolog


Nach vielen Jahren treffen sich die Freundinnen Viola und Claudia bei einem Klassentreffen wieder.

Viola befindet sich an einem Wendepunkt ihres Lebens und Claudia ist nach dem Tod ihres Ehemannes sehr wohlhabend, aber vereinsamt.
Da tritt Curd in Claudias Leben, der es geschickt versteht schnell ihre Liebe und ihr Vertrauen zu gewinnen.
Viola wird misstrauisch und fragt sich, welche Absichten er verfolgt...

Ich war neugierig, ob Claudia so Etwas wie die „Windbeutelhütte“ schon kannte! Tanztee, ganz Oldschool.
Als ich beim Ersten Mal dort war, wurde ich pausenlos zum Tanzen aufgefordert und musste bereits nach zwei Stunden gehen, denn ich war fertig, wie ein belegtes Brötchen, wollte aber auch keine „Körbchen“ geben.
Jetzt läutete mein Handy.
„Wo bleibst du?“,
fragte Claudia.
Sie wollte heute unbedingt selbst fahren und holte mich ab.
Unten wartete sie in einem Silberfarbenen “Cadillac de Ville Coupe“ auf mich.
„Bombe, die Karre ist ja echt der Hammer!“, Ich war begeistert. „Willst du fahren?“ „Ja, klar. Wenn ich darf!“
Von Oldtimern war ich schon immer begeistert, hatte aber noch nie die Gelegenheit einen Cadillac zu fahren.
„Weißt du, is wenigstens ein Trost, datt ich meinen Hebbet nich mehr hab.
Hau rein!“ Das ließ ich mir nicht zweimal sagen.
„Claudi, die Fahrt war einfach großartig, danke, dass ich fahren durfte!“, sagte ich zu ihr, als wir ankamen. „Jahrgang ́68, Vivi, weisse Bescheid?
Aber jetz geben wir mal mit unseren eigenen Chassis Gas!“, meinte sie lachend und wir betraten das Lokal.
Es lief wie beim letzten Mal, kaum hatten wir Kaffee und Kuchen bestellt, wurden wir ständig zum Tanzen aufgefordert.
Nur mit dem Unterschied, dass Claudia so gar keine Probleme damit hatte, auch mal einen Tanz auszuschlagen.

Mir fiel ein Mann auf, der sich zunächst längere Zeit suchend im Saal umsah, dessen Blick dann aber an Claudia heften blieb.
Klar, dass Claudia schnell eine Eroberung machte, so wie sie aussah! Mit langsamen Schritten kam der Mann auf unseren Tisch zu.
„Siehst du den Typen mit der „Klavierfresse“, ich glaub, der kommt zu uns. Mal sehen, wer ́ s von uns beiden sein darf!“
„Der Schnäuzer sieht echt gruselig aus!“, sagte ich zu Claudia. „Geht gar nicht!“, stimmte sie mir zu.
Jetzt stand er direkt vor unserem Tisch und wandte sich an Claudia: „Seid gegrüßt Mylady! Seid ihr doch wahrlich die edelste unter den Damen hier. Mit Verlaub, dürfte ich...“
„Mach feddich, da!“,
unterbrach Claudia ihn kurz ab und stand auf, bereit mit dem kühnen Ritter ein Tänzchen zu wagen.
Ich bückte mich und tat so, als ob mir etwas heruntergefallen wäre, denn ich konnte mich vor Lachen nicht mehr halten. Hatte sich der Gute doch solche Mühe gegeben und Claudia stoppte ihn in ihrer typischen Art!
Beim Tanzen hatte er noch ausreichend Gelegenheit sich zu beweisen.
Atemlos kam Claudia nach einer Weile an unseren Tisch zurück.
"Kerl, watt kann der tanzen.Da wird es dir ganz anders. Ich kann nich mehr!"
Wir ließen ein paar tanzbegeisterte Herren abblitzen und aßen unseren Kuchen.
„Bereit sein ist alles!“
hörten wir den Tanz Gott, der plötzlich wieder vor unserem Tisch stand.
„Hömma, ich brauch mal eine Pause!“, erklärte Claudia. „Schwachheit, dein Name ist Weib!“* zitierte der Hohlraumversiegelte weiter aus Hamlet.

Bei mir wäre er mit dem Spruch definitiv raus gewesen, aber Claudia stand auf und sagte:
„Datt woll‘n wir mal sehen, wer hier schwach is!“ Ich nutzte die Gelegenheit, um die Keramikabteilung aufzusuchen, als
mich jemand ansprach: „Na, schöne Frau! So allein hier?“ Sehr originell, dachte ich. „Ja, und das möchte ich auch bleiben!“ Sein Blick war jetzt noch dämlicher als sein Spruch, und er zog ab.
Kaum saß ich wieder an unserem Tisch,
forderte mich erneut jemand zum Tanz auf:
„Darf ich bitten?“,
sprach er und schlug die Hacken zusammen.
Vor Lachen verschluckte ich mich fast an meinem Kaffee.
Welche Spinner in der freien Wildbahn rumliefen, nicht zu fassen!
Ich war in der Stimmung, jemanden so richtig „hochzunehmen“ und er schien mir das perfekte Opfer zu sein.
„Hamse jedient?“, fragte ich ihn im Kasernenton. „Gestatten, Unteroffizier der Reserve, Klaus Brehmer!“, kam es wie aus der Pistole geschossen, wobei er stolz salutierte. „Brav, brav!“, lobte ich ihn. „Ich bin kein Unbekannter im Verband der deutschen Reservisten!“, strunzte er. Aber bestimmt in jeder Tanzschule, dachte ich.
Und genauso war`s. Er tanzte mehr schlecht als recht und erzählte stolz von seiner Vorliebe für Waffen.

Epilog


Nachdem ich am Freitag mein erstes Buch „Wer wollte nicht schon mal töten?“ abgeschlossen hatte, glaubte ich, lange auf eine neue Inspiration warten zu müssen.
Aber ich täuschte mich. Denn schon am nächsten Morgen, während ich auf meiner Couch chillte, kam mir eine neue Idee: diesmal sollt es eine Story mit meiner Vorliebe für altertümliche Sprache, Shakespeare ließ grüßen und auch mit meinem Heimatdialekt werden.
Sprache lebt!
Und so sollte mein Hang zur Metapher und Wortneuschöpfung auch in diesem Buch wieder zum Tragen kommen.
Die Protagonisten sollten wieder Viola und im jetzigen Roman auch ihre langjährige Freundin Claudia sein, die einem Heiratsschwindler zum Opfer fällt.


In Arbeit:

„Des einen Freud, des anderen Frau"
Phrasen auf dem Prüfstand
Satirische Essays zum Thema Sprichwörter